Von Terroristen und Hip-Hop-Freunden.

Diese Reaktion auf unsere gestrige Eröffnungsparty von bluebox wollen wir Euch auf gar keinen Fall vorenthalten, die unser MDC-Stellv.-Chef Sören heute Mittag erhielt:

Werter Herr Herbst,
gestern abend begann die bluebox am Blauen Bock. Ich fand diese Aktion eigentlich eine tolle Idee. Als ich aber gestern abend gegen 22.30 Uhr nach Hause kam – ich wohne in der Otto-v.-Guericke-Straße 104 – habe ich gedacht, ich käme auf den Schauplatz eines terroristischen Anschlags. Die gesamte Innenstadt dröhnte von unerträglichem Bassgeballer. Das Schlimmste war, dass man – Mann und Frau und Mensch überhaupt – diesem akustischen Umweltterror nicht entrinnen kann. Selbst im innersten Winkel der Wohnung bei geschlossenen Doppelfenstern und Decke über dem Kopf drang das Gedröhne bis Mitternacht durch.
Davon war in den Ankündigungen des Projekts nicht die Rede gewesen.
Wer hat solche Lautstärken und solche durchdringenenden Bässe bis weit in die Nacht hinein genehmigt??????????
Sie sollten doch als Vertreter der “Umweltschutzpartei” darauf achten, dass die Bewohner der Stadt vor Umweltterror geschützt werden.
Dies ist nicht nur einfache Lärmbelästigung.
Ich erlebte das als EXTREMEN PSYCHOTERROR, der natürlich auch am Tage unzumutbar ist in einem dicht bewohnten Innenstadtgebiet, viel mehr aber noch in der Nacht.
Diese Art von akustischer Umweltverschmutzung ist auch Gesundheits gefährdend, und ich erwarte dringend, dass sich das nicht noch einmal wiederholt. Bitte bedenken Sie auch, dass sich im Einflussbereich dieser Terrorquelle nicht nur Hip-Hop-Freunde aufhalten. Es ist z. B. auch ein Krankenhaus da. Wenn das so wietergeht, so wird es sich sicher überfüllen, weil man von dem Lärm Kreislaufprobleme und Nervenzusammenbrüche bekommen kann.
Bitte verderben sie mit dem die Aktion begleitenden Lärm nicht alle Sympathien und führen Sie nicht selbst jeden Gedanken an ein solidarisches und lebenswertes Zusammensein der Generationen ad absurdum.
Ich hoffe, es war ein einmaliger Ausrutscher, denn ansonsten wünsche ich dieser schönen Idee viel Erfolg
Mit freundlichen aber leider total entnervten Grüßen
Liane B.

Sören antwortete folgendes:

Sehr geehrter Frau B.,

vielen Dank für Ihre guten Wünsche für unser Projekt bluebox!

Natürlich ist es eine solch schöne Unternehmung wert, mit einer rauschenden Feier eröffnet zu werden, was gestern in Sichtweite des Gebäudes geschehen ist. Sehen Sie es als eine Art “Premierenfeier”.

Selbstverständlich war die Veranstaltung von den Ordnungsbehörden der Stadt Magdeburg genehmigt und sämtliche Auflagen wurden eingehalten. Da ich selbst bis 24 Uhr vor Ort war, konnte ich mich davon überzeugen, daß es sich um eine ausgelassene, bunte Feierlichkeit handelte, an der die unterschiedlichsten Generationen in Verbundenheit beteiligt waren. “Extremer Psychoterror”, “Umweltterror” oder gar eine “Terrorquelle” sind mir nicht aufgefallen. Auch “Hip-Hop” und seine Freunde habe ich nicht gesehen.

Mit freundlichen Grüßen,
S. Herbst

Das lasse ich an dieser Stelle mal unkommentiert bzw. überlasse es Euch. 😉

In der Mitteldeutschen Zeitung erschien heute ein leider mit haufenweise Fehlern behafteter Artikel mit dem charmanten Titel Liebesgrüße vom Plattenbau, den Ihr wie immer unter Downloads findet.

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6 comments on “Von Terroristen und Hip-Hop-Freunden.

  1. Nun ja, wenn man in der OvG 104 wohnt, hat man unter Umständen, durch die direkte Linie zum Zelt vielleicht etwas mehr mitbekommen….
    Hat eigentlich irgendjemand Frau Bornholt darauf hingewiesen, daß der Schall von der Geriatriestation des KH Altstadt komplett geschluckt wird? Und DA gibt es niemanden, der unter 120dB laute Ansprache reagiert.

    Mich zumindest hat die Musik nicht gestört, auch nicht, als ich mich bei der After-Party-Party zur Ruhe legte, hab geratzt wie ein Baby.
    Ein kleiner Kritikpunkt noch: Es müßte mal ein Elektriker in 1S nach dem Rechten schauen, ich bin wieder aufgewacht, weil das Licht die ganze Zeit an- und ausging…

  2. Magdeburg ist nun mal Landeshauptstadt und sollte sich mit solchen Aktionen auch so präsentieren.Sicherlich traf das musikalische Angebot diese Abends nicht jeden Geschmack aber wenn man in bester Citylage einer Grossstadt wohnt , muss man halt damit leben dass diese auch mal bis in die späten Abendstunden ( auch zur besinnlichen Weihnachtszeit 😉 ) zu Leben erweckt wird .Wenn man Wert auf Ruhe und Besinnlichkeit legt , sollte man vielleicht in Erwägung ziehen aufs Land zu ziehen oder Randgebiete Magdeburgs .Ich finde die Aktion jedenfalls phänomenal und man sollte stolz darauf sein dass MD nach dem Hundertwasserhaus nun auch mit einer solchen Installation aufwarten kann wie man sie sonst nur aus Städten wie Berlin oder Paris kennt. Vielleicht sollte man Überlegen den “Blauen Bock” dauerhaft dieser Nutzung zuzuführen 😉 Gewerbefläche gibts doch genug und ein Abriss ist teuer . Naja ansonsten rollt doch einfach die Kabel zusammen und baut alles ins HDL wenn die Abrissbirne dann doch kommt .

    @ Winnie : …noch nie was von Lichttherapie gehört ?? 😉
    möglicherweise handelt es sich bei dem von Dir geschilderten Problem auch nicht um einen elektrotechnischen Defekt , sondern um eine umwelt- und psychoterroristische Hop-Hip Aktion eines Vermieter Verbundes um autonome Gruppierungen davon abzuhalten leer stehenden Wohnraum unentgeldlich zur Nachtruhe zu nutzen ….. *gg*

  3. Ich wohne auch inner ovg104 und ich habe den abend geratzt wien baby! 😉 Aber in diesem Haus wohnen gewisse Personen die auch zu jeder kleinen Privatfeier immer noch die Polizei einladen müssen, obwohl wir schon nich viel Platz haben hier 😀 Die Herren waren selbst manchmal genervt von dieser vorschnellen Einladung! Selbst wenn man das ganze im hausinternen Fahrstuhl ankündigt, kommen eigentlich immer die Partyboys in grün! 😉 Ich kann mir jetzt garnicht vorstellen, wer sowas dann immer macht 😉 Kann da absolut keine Zusammenhänge finden… 😀
    Naja jedenfalls fand ick die Eröffnung cuwl, obwohl ich net lang da war…
    Und das Projekt is ooch ne janz feine Sach 😉
    LG

  4. mhhh eventuell sollte fr. bornholdt aufs land ziehn, weit ab von psychoterror und hiphop 😉

    manche leute müssen immer etwas meggern, sonst wäre die welt zu schön

  5. Findet ihr wirklich, dass es in Ordnung ist, den Brief hier samt komplettem Absendernamen zu veröffentlichen?

    Ich hätte ja zumindest den Nachnamen abgekürzt…

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