ILA 2006 – Nachtrag

Wie unten angekündigt, noch ein paar Worte zur ILA 2006. Mein letzter ILA Besuch liegt einige Jahre zurück und mein Eindruck war, dass der Platz für das Millitär zugenommen und der für die Raumfahrt abgenommen hat. Die Qualität der Präsentationen war sehr durchwachsen. Positiv sind bei mir Snecma und MTU in Erinnerung geblieben. Bei Snecma auf dem Stand konnte man sich auch als “Normalbürger” z.B. die Ariane Triebwerke Vulcain 2 und HM7B ganz genau und ohne Absperrungen ansehen. Bei MTU bekamen wir auf Nachfrage eine Führung über den Stand und kurze Erklärungen zu Eurofighter, A318 und A400M Antriebseinheiten.

Richtig tolle “High-Tech-Sachen” gab es allerdings nicht zu sehen. Die millitärischen Ausstellungsstücke machten teilweise einen veralteten Eindruck, gelegentlich waren die Sachen in den Vitrinen sehr verstaubt. Sicherlich erwartet keiner die neusten Geheimprojekte, aber für 16 € Eintritt kann man wenigstens mal mit einem Pinsel über die Sachen gehen. Die Krönung war dieses Cockpit, bei dem fast alle Instrumente durch schlechte Pappmodelle oder Aufkleber ersetzt wurden. Das sie Angst um ihre Sachen haben muss man eben respektieren.

Bei den Raumfahrt Ausstellern gab es schöne Mond und Marslandschaften mit Modellen von Satelliten, Sonden und Landern. EADS hatte einige aus der Ferne interessante Projekte, aber diese konnten nur von ausgewählten Leuten betrachtet werden. Wir durften nur wissen, dass es ein neuartiges Satelliten-Konzept wäre und bekamen ein paar Heftchen mit altem Krempel zugesteckt die wir auch gleich zurückgaben.

Bei den russischen Ständen hatte ich den Eindruck, dass da viel Potential steckt was aber keiner ernst nimmt oder ernst nehmen will, sowohl bei den Passagierflugzeugen als auch bei der Raumfahrt. Imagemäßig müssen sie wohl Jahre aufholen.

Bei den “echten” Flugzeugen war natürlich der A380 der Hingucker. Man konnte die unterschiedlichsten Fluggeräte stehen, fliegen oder fahren sehen. Von Apache, Mig 29 und Eurofighter über Propellerflugzeuge und Kunstflieger bis hin zur Awacs war alles zu sehen.

Lustig war die Bundeswehr die ihr System FAST (Flugabwehr – Aufklärungsschnittstelle Tiefflugbereich) präsentierte. Sie zeigten uns auf ihrem Bildschirm den Luftraum über Berlin, aber der Eurofighter der vor der Antenne auf und ab flog war angeblich zu dicht. Nagut, wäre er wirklich feindlich, wäre es sowieso zu spät.

Die Geschmaklosigkeit der ILA 2006 war für mich ein Joker auf einem B-1B Lancer (strategischer Bomber) der US-Armee der Karten mit Bomben fallen lässt und der Beschriftung “The Last Laugh”.

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